Mittwoch, 22. Februar 2012

Fastenzeit und Low Budget

Endlich ist Aschermittwoch... Ich bin von einer karnevalsfreien Gegend in einen faschingsbegeisterten Ort gezogen, und auch der Musikverein hat auf einigen Umzügen gespielt. Für mich ist das eher befremdlich, daher bin ich froh, dass endlich wieder Ruhe eingekehrt ist - auch wenn ich mich gestern schon direkt nach meiner letzten Prüfung (jippieh!) auf den Weg zu meiner Mutter gemacht habe und damit dem Trubel so oder so frühzeitig entgangen bin.

Heute prangte dann auf der Titelseite unserer Tageszeitung ein Artikel über den Beginn der Fastenzeit, Freunde und Bekannte erzählen davon, und auch die virtuelle Welt ist mit "Sieben Wochen ohne" und dem Fasten allgemein veschäftigt, seien es nun Süßigkeiten (meine Schwester), Schokolade (meine Mutter und ihr Lebensgefährte), Fleisch (meine Chefin), Fernsehen oder was auch immer. Eigentlich wollte ich mich dem Ganzen dieses Jahr nicht anschließen, aber eigentlich... Hm. Es hat ja doch auch etwas für sich, ein paar Wochen im Jahr auf etwas Liebgewonnenes zu verzichten, um sich vielleicht wieder ein bisschen darauf zu besinnen, dass wir hier eigentlich in purem Luxus leben. Man stelle sich nur vor, ich kann Backen als mein Hobby bezeichnen!

Aber keine Sorge, ich werde sicher kein Back-Fasten beginnen, das würde doch etwas über das Ziel hinausschießen. Wer meine (leider nicht ganz regelmäßigen) Posts hier verfolgt hat, kann sich aber sicher vorstellen, woraus ich hinaus will: Kakao und Schokolade! Natürlich ist mein Konsum in letzter Zeit da auch prüfungsbedingt sehr hoch gewesen, aber ich kenne mich ja und weiß, dass ich an dieser Stelle einfach süchtig bin. Es wird also eine harte Zeit werden, die allerdings erst morgen beginnt. Nennt es Inkonsequenz, aber ich hab mich die letzten Wochen so gequält, heute wird noch mal ein entspannter Nur-Arbeitstag mit Schokolade, bevor dann morgen der Verzicht beginnt.

Mein zweites Ziel für die Fastenzeit: Konsumverzicht. Ich möchte mir nichts Neues kaufen, keine Klamotten, keine Bücher, keine Küchenutensilien, keinen Dekokram, nichts außer dem, was notwendig ist (wie zum Beispiel neue Textmarkerbuntstifte, die sind mittlerweile so kurz, dass man sie fast nicht mehr anspitzen kann) und ganz vielleicht einer großen Vase. Die Vase deshalb, weil einer unserer Neujahrsvorsätze lautete, uns mal etwas mehr Mühe mit der Wohnungsdeko zu geben, und ohne Vase gibt es nun mal keinen Osterstrauß. Vielleicht kann ich mir da aber auch eine von meiner Mutter ausleihen.

Ansonsten kommt mir aber auch dieser Teil des Fastens gerade recht. Das neue Auto hatten wir Anfang des Jahres ja eigentlich gekauft, damit die Reparaturen am alten endlich mal aufhören sollten. Seitdem hatten wir die Glühkerzen und Birnchen im Rücklicht kaputt und einen Softwarefehler (das muss man sich mal vorstellen: "Nein, Ihr Auto ist nicht kaputt, das hat einen Softwarefehler, deswegen leuchtet die Lampe dauernd"), und aktuell müssen die Bremsen neu, und am Kofferraum ist ein dicker Rostfleck aufgetaucht. Dementsprechend ist ab sofort bei uns in der Küche erst mal Low Budget angesagt. Auf Caras geringe Kosten werde ich zwar wohl nicht kommen, dann würde ich wohl einfach verhungern (verfressen war ich schon immer, da kann ich nichts dran machen), aber ein bisschen Spielraum nach unten gibt es sicher noch. Zumal es sicher auch hilft, wenn die doch recht teure Schokolade wegfällt. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären.

Ich schaue also gespannt und auch ein bisschen ängstlich auf die nächsten Wochen. Schaut ihr mit mir? Ansonsten wünsche ich euch noch einen schönen Tag! Hier scheint die Sonne, und mein Stiefvater und ich machen gleich eine Rundfahrt über die Felder, ein paar Fotos machen und mal schauen, welche Frostschäden der Weizen wirklich abgekriegt hat. Allen, die heute keine Sonne haben, gebe ich hiermit ein paar Strahlen ab!

Kommentare:

  1. Estens, du bist nicht verfressen. :) Ich finde die Mengen, die du da aufschreibst, eigentlich ziemlich normal.
    Zum Fasten: Vielleicht liegt das an mir, aber immer, wenn ich mir was verbiete, was mir am Herzen liegt (und ich hab in meiner vorveganen Zeit viele Reduktionsdiäten durch, wobei ich nie auch nur ansatzweise dick war), BRAUCHE ich es um so mehr. Deshalb hab ich mir für dieses Jahr vorgenommen, mir wieder einen normalen Umgang mit Süßkram anzuerziehen und bisher klappts ganz gut. So esse ich nicht eine Tafel Schokolade, eine Packung Müsli und alles, was sonst noch Zucker enthält innerhalb von 15min und fühle mich danach tagelang mies, sondern ich genieße mehrmals in der Woche abends ein paar Stücke und bin happy. Vorher hatte ich regelrecht Angst vor dem Süßwarenregal im Laden, konnte keine Kuchen sehen usw. Ganz weg ists immer noch nicht, aber ich habs ja auch lang genug falsch gemacht. Will sagen: Einschränken kann auch irgendwie süchtig machen. xx

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    1. Hallo Caro,
      das, was du beschreibst, hatte ich im letzten Jahr auch ganz gut hingekriegt :) In den letzten Wochen ist es aber wieder extrem eingerissen, und ich glaube, ich brauch einfach mal ein bisschen Pause von der Schokolade. Danach gibt's ja dann eh wieder welche, ganz davon loskommen will ich ja gar nicht ;)
      Liebe Grüße!

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  2. dein Blog ist klasse, verfolge dich gleich mal :)

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  3. Toi toi toi mit der Schokolade! Ich habs 3mal gemacht und es war zwar immer richtig schlimm, aber am Ende war ich dann auch ganz stolz auf mich!
    Die Idee mit dem Konsumfasten ist eine echt gute Idee, sich mal darauf zu besinnen, nicht immer Kaufen zu müssen. Vielleicht wäre das auch für mich keine schlechte Idee... irgendwie kauft man immer mehr, als man braucht -_-

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  4. viel erfolg .. ich nasch ja zwischendurch immer kakaonibs oder 99%ige schoki, wenn meine lust darauf zu gross wird.

    verbieten werde ich mir in der fastenzeit nichts. ich habe seit dem 6. januar schon soviel erreicht - ich mach einfach so weiter :)

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