Montag, 2. April 2012

(B)A(c)ktivismus und Russischer Zupfkuchen


Heute hat der Vater meines Freundes Geburtstag, und mangels besserer Geschenkideen (wie das bei Vätern ja leider öfter so ist) haben wir einen Russischen Zupfkuchen mitgebracht. Dieser ist sozusagen mein Standardrezept, wenn es darum geht, andere vom Veganismus zu überzeugen bzw. zumindest Vorurteile abzubauen (unbedingt ausprobieren, der Kuchen ist fantastisch! Nur so am Rande.).

Natürlich sieht man die Früchte hier nicht sofort, aber irgendwann kommen sie doch. Vor ein paar Wochen erzählte mir meine Mutter bei einem Telefonat, dass sie und mein Stiefvater demnächst sechs Wochen vegan leben wollen. Die Beweggründe sind andere als meine: Er hat ein Buch von einem Heilpraktiker gelesen, der diese sechs Wochen als "Reinigung" für den Körper empfiehlt. Allerdings denke ich schon, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe, dass die beiden sich überhaupt vorstellen können, vegan zu leben und dabei nicht zu verhungern.

Für mich ist das "meine" Form des veganen Aktivismus. Ich bewundere die AktivistInnen von PETA mit ihren aufsehenerregenden Aktionen und alle, die sich auf Demos oder mit Infoständen für die vegane Sache einsetzen - ohne das geht es einfach nicht, manchmal muss man auch laut werden. Trotzdem bin ich selbst eher introvertiert und ehrlich gesagt immer froh, wenn an irgendeiner Stelle Infostände geplant werden und der Kelch an mir vorübergeht (ich bin nicht in der Tierrechtsarbeit engagiert, aber im fairen Handel, und da kommt das Thema durchaus auch öfter auf den Tisch).

Für "Deutschland is(s)t vegan" habe ich daher einige Vorschläge zusammengetragen, wie man den Veganismus ohne direkte Öffentlichkeitsarbeit dennoch an den Mann/die Frau bringen kann. Denn ein lebensfroher und positiver Mensch ist doch am mitreißendsten, oder?

Um mich selbst ein bisschen über diesen Blog und meinen Freundeskreis hinaus zu engagieren, werde ich in Zukunft öfter für "Deutschland is(s)t vegan" bloggen. Die Ideen für die nächsten zwei Beiträge hab ich, sie müssen "nur" noch geschrieben werden. Und am 2. Mai findet mein erster veganer Kochkurs statt. Ich freu mich schon!

Kommentare:

  1. Dein Engagement ist toll :)
    Ich bin auch eher introvertiert, aber mit dem Kuchenbacken hab ich tatsächlich schon Vorurteile weggelöst :)
    Wo gibt's denn das Rezept für den Russischen Zopfkuchen?
    Liebste Grüße! <3 ;*

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    1. Danke! Das Rezept hab ich oben verlinkt! Liebe Grüße auch von hier :)

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  2. Mhmm, ich glaube den Kuchen hab ich auch schonmal gebacken, der ist wirklich genial gut!
    Ich sehe das übrigens genau wie du, in gewisser Weise denke ich sogar, dass die introvertierte Methode oft wirksamer ist als die laute Methode, weil das Gegenüber nicht sofort das Gefühl hat, sich verteidigen zu müssen. Ich merke das an meinem Umfeld, auf das hat mein verändertes Essverhalten auf jeden Fall schon Einfluss genommen, ganz ohne missionieren. Wenn es gerade passt, dann teile ich Informationen und Fakten, die ich interessant finde, aber versuche es halt so zu machen, dass sich mein Gegenüber nie unter Druck gesetzt fühlt.
    Und jetzt hätte ich sooo gerne ein Stück von dem Kuchen! Noch zwei Monate muss ich ohne Backofen ausharren :-/
    lg,
    elisabeth
    (homemade deliciousness, aber ich konnte meine seite iwie nicht verlinken)

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    1. Ich denke, es braucht irgendwie beides. Es muss auch Leute geben, die direkte Öffentlichkeitsarbeit machen und Missstände aufdecken. Jeder halt das, was er/sie am besten kann :) Wobei unverschämtes Missionieren anderer beim Essen für mich nicht darunter fällt, das braucht niemand.

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